Das Spiel - Der Hintergrund

Nahe Rötz, auf dem 706 m hohen Schwarzwihrberg liegt oberhalb des Schwarzachtales die malerische Ruine der Schwarzenburg. Auf dem eher beschaulichen und abgeschiedenen Ort zieht wieder Leben ein. Der Guttensteiner kehrt zurück. Heinrich von Guttenstein, Spross einer weit verzweigten böhmischen Adelsfamilie, war von 1505 bis 1510 Inhaber der umfangreichen Herrschaft Schwarzenburg-Rötz-Waldmünchen. Wegen der Beute aus dem Landshuter Erbfolgekrieg kam er mit der Reichsstadt Nürnberg in Streitigkeiten. Zusammen mit seinem Bruder Dietrich auf Flossenbürg unternahm er Raubzüge gegen die Reichsstadt und hielt sich an ihren Untertanen schadlos.

Der Guttensteiner - Das historische Freilichtspiel in Rötz Der Guttensteiner - Das historische Freilichtspiel in Rötz

Die Nürnberger forderten darauf die Hilfe des Schwäbischen Bundes an. Dem Guttensteiner wurden unmissverständliche Sanktionen angedroht. Deshalb verkaufte er die Schwarzenburg an die Kurpfalz und zog sich in seine Heimat zurück. Vor diesem historischen Hintergrund nimmt das Freilichtspiel seinen Verlauf. Während Heinrich von Guttenstein immer noch an seine ritterliche Ehre denkt, ist sein Bruder Dietrich längst zum Strauchdieb herabgesunken. Beim Überfall eines Nürnberger Kaufmannszuges gerät der angesehene Patrizier Löffelholz in ihre Gewalt. Heinrich interessiert die mitgeführte Erfindung einer Handfeuerwaffe mehr als die materielle Beute, hat er doch erkannt, dass die Zeit der Ritter und Burgen vorüber ist. Darüber gerät er mit seinem Bruder in Streit, dieser wird später sogar zum Verräter.

Der Guttensteiner - Das historische Freilichtspiel in Rötz Der Guttensteiner - Das historische Freilichtspiel in Rötz

In einer weiteren Spielebene wird das Leben der Rötzer Bürger und der einfachen Bauern des Umlandes deutlich. Guttenstein zeigt sich ihnen gegenüber großzügig, dann aber wird er zum Unterdrücker. Dass Guttenstein letztlich scheitern muss, liegt in der historischen Entwicklung begründet: Ritterliche Adelsgewalt ist gegen den Reichtum und Einfluss der Reichsstädte ebenso verloren wie der Herrschaftsanspruch gegen den aufkommenden Bürgermut. In einer dramatischen Schlussszene verlässt Heinrich von Guttenstein die Schwarzenburg als Verlierer. Ihm bleibt die Erkenntnis, dass die neue Zeit ihren Richterspruch längst gefällt hat.

 

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